Edelstahlpreise steigen wieder an!

Wie zuletzt in 2006: Nickelpreis nimmt Fahrt auf,
gleichzeitig spürbar gestiegene Nachfrage.


Aktuelle Preisentwicklung bei Edelstahl


Wer sich mit dem Einkauf von Edelstahl-Verbindungselementen befasst, dem wird die derzeitige Lage
auf dem Beschaffungsmarkt sicherlich nicht verborgen geblieben sein. Als einer der führenden deutschen
Spezialisten für diese Artikel gibt Lederer im folgenden einige Hintergrundinformationen zur aktuellen Entwicklung.

Wie zuletzt im Jahresverlauf 2006/2007 steigt der Preis für Nickel derzeit rasant. Seit Jahresbeginn ist er
um fast 50% gestiegen; von Mai 2009 bis Mai 2010 sogar um mehr als 100% (Quelle: London Metal Exchange)
Zur Erinnerung: Etwa in der Jahresmitte 2007 erreichte die Nickelnotierung mit 55.000 US$ ihren bisherigen
Höchstwert; gefolgt von einem langsamen Rückgang bis auf rund 8.000 US$ etwa ein Jahr später. Aber auch
von diesem Wert sind wir nun schon wieder weit entfernt.

Auch der Preis für Eisenerz, dem Hauptrohstoff bei der Produktion aller Stähle und Edelstähle, hat sich massiv erhöht;
je nach Betrachtungszeitraum um das 2- bis 3-fache. Mit weiteren Steigerungen ist auch hier zu rechnen.

Verschärfend kommt heute hinzu, dass, anders als in der Hochpreisphase 2006/2007, als der gegenüber dem Euro schwache
Dollar die Nickelpreisentwicklung abfederte, die derzeitige Euro/Dollar-Kursentwicklung sowohl den Legierungs- als auch den
Eisenerzpreis für die Eurozone nochmals verteuert. Aufgrund der turbulenten Entwicklung speziell auf den europäischen
Finanzmärkten (siehe u.a. Griechenland) ist eine weitere Verschärfung der Kursentwicklung nicht auszuschließen.

Warum ist dies für die Preisentwicklung für Edelstähle so bedeutsam?
Nickel ist ein wesentliches Legierungselement bei fast allen Edelstahlprodukten; Schrauben aus den Standardwerkstoffen
A2 (1.4301) und A4 (1.4401) enthalten immerhin zwischen 8 - 19% Nickel. Der rasante Anstieg des Nickelpreises hat deshalb
direkte Auswirkungen auf die Preisentwicklung bei Edelstahlprodukten. Die Preisexplosion dieses Rohstoffes - einhergehend mit
einer weltweit wachsenden Nachfrage nach Edelstahlprodukten - hat zu einem dramatischen Preisanstieg bei Edelstahlschrauben
geführt (weitere zweistellige Steigerungsraten sind derzeit nicht auszuschließen).

Als weitere Folge der explosionsartigen Preisentwicklung und der weltweit stark gestiegenen Nachfrage haben sich in den
vergangenen Monaten die Lieferzeiten der Hersteller erheblich verlängert. Denn zusätzlich zu den nachfragebedingten
Kapazitätsproblemen haben diese nun auch mit Lieferschwierigkeiten ihrer Vormateriallieferanten zu kämpfen. Betroffen
von diesen für uns nicht beeinflussbaren Entwicklungen sind im übrigen alle Beschaffungsmärkte; sowohl heimische deutsche
Produzenten als auch Hersteller in Europa, Fernost und der ganzen Welt sehen sich vor neue Herausforderungen gestellt.

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